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 Betreff des Beitrags: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 19. März 2019, 22:01 
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Hallo Gemeinde, ich bin neu im Forum aber nicht neu im Wald, im Forum bin ich schön länger stiller Mitleser. Seit ca. 5 Jahren bin ich im Besitz von 1,2ha Privatwald, hauptsächlich Fichte, Birke, Kiefer und ein paar Eichen. Wir machen jedes Jahr ca. 10-15fm Holz zum heizen.
Nach Friedericke und co. gibt es wieder ordentlich Windbruch an den Fichten im Wald. Bisher haben wir die Hänger und den Windbruch immer bei Bodenfrost beseitigen können, d.h. mit einem kleinen Traktor nach hinten herausziehen. Das ist aufgrund des weichen Bodens aktuell keine Lösung mehr.
Auf abklotzen des Baumes hab ich nachdem es letztens einmal knapp wurde keine Lust mehr.
Meine Aktuelle Technik ist den Greifzug oberhalb des Fällschnitts anzuschlagen, Fällkerb sägen und dann den Greifzug auf Spannung bringen. Nun erfolgt der Fällschnitt von hinten bis man eine Bruchleiste von ein paar cm stehen hat. Jetzt wird mit dem Greifzug der obere Stamm nach hinten über die Bruchleiste abgezogen(siehe Skizze).
Die Technik hat sich bisher bewährt, der Baum kann mittels Greifzug relativ sicher und kontrolliert nach hinten gebracht werden. Hat jemand eine Idee wie man es sicherer oder besser machen könnte oder macht es jemand komplett anders?
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Zuletzt geändert von Flachwurzler am Dienstag 19. März 2019, 22:07, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 19. März 2019, 22:05 
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Keine Skizze zu sehen....

Machst Du eine negative Bruchstufe?

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 19. März 2019, 22:09 
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holgi hat geschrieben:
Keine Skizze zu sehen....

Machst Du eine negative Bruchstufe?



Jetzt auch mit Skizze.
Den Fällschnitt setze ich oberhalb der Fällkärbsohle an.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 19. März 2019, 23:22 
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Hallo.

Gerade bei Windbruch schwer zu beurteilen. Ich persönlich habe erst einmal Windbruch aufgearbeitet. Wir haben damals bis ca. 30 cm BHD fast a!les nach Lehrbuch durch abdrehen zu Fall bringen können. Sch... Maloche...

Jedenfalls hat ein Windbruch-Hänger ein ganz anderes "Eigenleben", als der, den man beim Fällen aufgehängt hat.

Ich kann mir bei den 40 cm BHD aus der Skizze kaum vorstellen, daß Du mit der beschriebenen Fälltechnik einerseits soviel Bruchleiste stehen lassen kannst, damit der Hänger nicht unkontrolliert aufreißt und Du ihn andererseits mit dem Greifzug nach hinten weggezogen bekommst.

2 Buchen mit ca. 40 cm BHD haben wir damals wie normale Vorhänger mit Halteband in ca. 1 m Abstand zum Wurzelteller zu Boden gebracht. Einer ist durch Spannung und Gewicht des Wurzeltellers ganz langsam von selbst in zwei Teile gegangen (ähnlich normalem Fällen), der Zweite ist auf der angebrochenen Bruchleiste hängen geblieben, konnte aber durch die angebrochene Bruchleiste einfach mit der Winde abgezogen werden.

Ob das damals (ist über 20 Jahre her) nach Lehrbuch war, weiß ich nicht. Angeleitet würden wir, bzw. die Buchen gefällt hat damals ein Fowi mit 35 Jahren Berufserfahrung.

:wink:

Ulrich

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 00:40 
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Ich habe die Skizze gerade nochmal genau angesehen. Aus meiner Sicht spielt es noch eine wesentliche Rolle, wie der Hänger im Haltebaum aufgehängt ist, bzw. wie die Gewichtsverteilung ist.

Hängt er z. B. auf einem massiven Ast und könnte er durch das Gewicht der Krone am Fällschnitt hochschnellen und/oder seitlich wegdrehen?

Wieviel Gewicht trägt der Wurzelteller noch? Bricht der Haltebaum womöglich, wenn er das ganze Gewicht stützen muß?

Ich denke, daß es im Windbruch nicht die eine Technik gibt, sondern jeder Baum mit großer Sorgfalt und Erfahrung beurteilt und individuell zu Boden gebracht werden muß.

:wink:

Ulrich

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 01:03 
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Hallo Ullrich, klar muss man die Situation immer im sorgfältig und individuell einschätzen und lieber einmal mehr nachgedacht.
Für einen komplizierten Baum nehmen mein Waldkollege und ich mir schonmal einen Tag Zeit.

Wir haben bisher immer mit Brückenschnitt abgeklotzt und versucht den Baum am Boden zu ziehen, da es diese Jahr nicht richtig kalt war, graben sich die Bäume beim ziehen aber immer stark in den Boden.
Die oben beschriebene Methode haben wir angewendet nachdem ein Baum beim abklotzen einmal ruckartig nach hinten schoss. :schreck:

Bei unserem nächsten Hänger(der aus der Skizze) ist die Last klar unterhalb des haltenden Baumes(auch eine Fichte), die Kronen haben sich in ca. 10m Höhe verfangen und der haltenden Baum wirkt noch sehr stabil.
Über die Bruchleiste abziehen hat dann sehr gut funktioniert, der nur leicht gespannte Greifzug verhinderte das der Baum oberhalb vom Trennschnitt nach vorn rutscht und hält ihn auf dem unteren Klotz. Die Bruchleiste haben wir etwas stärker gelassen und ggf. etwas nachgesägt. Der Vorteil für mich, durch das rausziehen über die Bruchleiste verwendet man den unteren Klotz als Hebel und zieht den Baum kontrollierter und bedeutend weiter nach hinten als beim normalen abklotzen und der Hänger liegt so viel schneller am Boden.
Ich hoffe ich hab das alles halbwegs verständlich beschrieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 06:39 
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Flachwurzler hat geschrieben:
Den Fällschnitt setze ich oberhalb der Fällkärbsohle an.


Mach mal unterhalb, dann rutscht er besser nach hinten.
Je nachdem wie er drinhängt, kannst Du es auch mit rausdrehen versuchen.
Oder in ca. 90° zur Stammachse ziehen.

Aber letztendlich sind die Situationen so verschieden, da kann man nur vor Ort entscheiden, welche Technik die sinnvollste ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 09:10 
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Wenn ich Deine Erklärungen richtig verstehe, klotzt Ihr ab, indem Ihr ein Fällscharnier (mit Halte-/Stützband?) schneidet und die Schwerkraft durch den Greifzug ersetzt. Das braucht zwar seine Zeit, senkt aber das Risiko beim Abklotzen auf ein Minimum. Kann man eigentlich nichts bei verkehrt machen.

:)

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 10:56 
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sieht aus als gäbs 3 risiken:
- der schwerpunkt ist zwischen schnitt und haltebaum, dann klemmt die säge beim fällschnitt ein, könnte man mit einer zweiten kerbe auch oben begegnen
- man erwischt das seil vom greifzug oder das anschlagmittel, d.h. wenns geht, genug abstand halten bzw. ev. einstechen wie bei halteband-sicherheitsfälltechnik (spekulation meinerseits...bitte nicht als empfehlung betrachten, falls da der stamm hohl ist wirds gefährlich)
- der baum ist hohl oder die spannung so gross, dass der stamm schon beim ansetzen vom fällschnitt aufreist, könnte man vorher untersuchen und ev. eine stammpresse anbringen

ps: 4.
die bruchleiste muss in dem fall viel aushalten, weil ja je nach schwerpunkt auf der unteren seite der teller vom wurzelballen hängt und auf der anderen seite der stamm,...d.h. ordentliche bruchleiste lassen und ersatzscherstift nicht zu hause vergessen.


Zuletzt geändert von burned am Mittwoch 20. März 2019, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 11:01 
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Zitat:
Mach mal unterhalb, dann rutscht er besser nach hinten.

Das werde ich zeitnah einmal versuchen.

Zitat:
Wenn ich Deine Erklärungen richtig verstehe, klotzt Ihr ab, indem Ihr ein Fällscharnier (mit Halte-/Stützband?)

Ohne Halteband, Säge hinten auf den Stamm und mit einlaufender Kette, parallel zum Fällkärb die Bruchleiste ausarbeiten, ggf. ist ein Halteband auch keine schlechte Idee.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 11:45 
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burned hat geschrieben:
sieht aus als gäbs 3 risiken:
- der schwerpunkt ist zwischen schnitt und haltebaum, dann klemmt die säge beim fällschnitt ein, könnte man mit einer zweiten kerbe auch oben begegnen
- man erwischt das seil vom greifzug oder das anschlagmittel, d.h. wenns geht, genug abstand halten bzw. ev. einstechen wie bei halteband-sicherheitsfälltechnik (spekulation meinerseits...bitte nicht als empfehlung betrachten, falls da der stamm hohl ist wirds gefährlich)
- der baum ist hohl oder die spannung so gross, dass der stamm schon beim ansetzen vom fällschnitt aufreist, könnte man vorher untersuchen und ev. eine stammpresse anbringen

ps: 4.
die bruchleiste muss in dem fall viel aushalten, weil ja je nach schwerpunkt auf der unteren seite der teller vom wurzelballen hängt und auf der anderen seite der stamm,...d.h. ordentliche bruchleiste lassen und ersatzscherstift nicht zu hause vergessen.


Der Schwerpunkt ist relevant und für mich immer schwer einzuschätzen, in der Theorie(bisher auch in der Praxis) klappt der Wurzelteller ja zurück und die Öffnung des Fällkerbs schliesst sich.
Den Greifzug setzt man natürlich weit genug oberhalb des Fällschnitts an. Hab mit der Säge mal ins Metall vom Forest Master Sägebock gebissen und eine Kette ist gerissen, war ungefährlich ist mir aber in Erinnerung geblieben.
Ob der Stamm innen hohl ist erahnt man ja schon beim sägen des Fällkerbs. Die Bruchleiste wird immer stark gelassen und ggf. nachgesägt wenn es der Greifzug nicht schafft.


Danke für eure Anregungen, am Wochenende gehts wieder in den Wald. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 12:38 
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Abklotzen mach ich relativ häufig und durchaus in stärkerem Holz als nach UVV zulässig wäre. Da war auch schon reichlich Holz bei, das mit der Krone im Nachbarn und mit dem hochgeklappten Wurzelteller am Boden hing. Da bleibt meistens selbst bei sehr sorgfältiger Baumansprache weitgehend unklar, ob der Teller beim Abtrennen ins Loch zurückfällt, nach vorn umklappt oder einfach stehen bleibt, und wie der Stamm auf das Abtrennen reagiert. Zuletzt hatte ich das bei mehreren gut 60 cm starken Eichen und Eschen. Ich bezweifele, dass man da mit einem Greifzug irgendwas bewirken könnte. Bei einer hängenden Esche besteht außerdem eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein von der Unterseite geschnittenes Fällkerb mitten im Schnitt den unter Spannung stehenden Baum der Länge nach aufreißen und meterweit ausschlagen lässt. Pauschale Lösungen gibt es da nicht, wenn man keine 8,5-to-Winde zur Verfügung hat. Da helfen nur ganz vorsichtige Stechschnitte und genaueste Beobachtung des Holzes um die Schnittstelle. Ich habe auch schon Wurzelteller und hängende Stämme mit starken Knüppeln abgestützt, um ein Kippen/Herunterschlagen zumindest so weit zu verlangsamen, dass ich weit genug wegkommen kann.

Bei schwächerem Nadelholz sieht das ganz anders aus. Die Spannungsverhältnisse und -folgen sind einfacher einzuschätzen als bei Laubholz, dafür kann ein gespannter Stamm viel weiter ausschlagen, wenn die Spannung gelöst wird. Der Greifzug bringt einen weit genug weg von der Schnittstelle und ist damit ein Sicherheitsgewinn. Außerdem rutscht der Stamm weiter nach, wenn sein Ende nicht nur - wie beim normalen Abklotzen - fast senkrecht nach unten fällt, sondern mithilfe der Bruchleiste in Seilzugrichtung geführt wird. Die Probleme bei der richtigen Einschätzung der Spannungen zur Anlage des Fällkerbs löst die Greifzugmethode aber nicht.

:)

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Mittwoch 20. März 2019, 21:02 
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Flachwurzler hat geschrieben:
Danke für eure Anregungen, am Wochenende gehts wieder in den Wald.


ein foto von der sache wäre nett...man will ja auch was lernen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Freitag 22. März 2019, 11:53 
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Ich finde das eine gute Methode mache ich auch so.
Persönlich würde ich nie an einen Windwurfhänger das abstocken beginnen. Die Gefahr dass der stamm nach hinten schießt ist gross. Also immer nur mit seilwinde oder eben greifzug den Baum umziehenBei laubholz mit einseitiger Gewichtsverteilung kommt noch die Gefahr des drehen hinzu.
Grundsätzlich entscheident ist aber wie frisch der wurf ist. Bei frischen würfen wird der Stock schlagartig zurück fallen und die Gefahr das der stamm nach hinten schießt ist sehr gross. Auch ist die Spannung im Holz noch voll da.
bei alten würfen hat sich der Stock eher stabilisiert und mögliche Spannungen sind nicht mehr so gross.
Ich würde also den Falkerbwinkel genug gross machen, das der wurzelteller ganz zurück kann. Allenfalls fallkerb stufenweise machen, das die Kette nicht klemmtEinstechen und viel bruchleiste ausformen. Dann halteband mit ausgestreckten Armen möglichst weit weg vom stamm durchtrennen. Auf mögliche einseitige gewichtbelastung achten und auf seitliche Spannung und entsprechend auf der richtigen Seite stehen.falls der Baum nicht alleine nach hinten kommt, umziehen. Wenn der wurzelteller liegt und der Baum noch an der bruchleiste hängt, diese Schwächen und durchschneiden. Links und rechts zapfen stehen lassen und den Baum mit Seil wegreissen.
Sorry wegen Schreibfehler, ist vom Handy getippelt


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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Freitag 22. März 2019, 19:49 
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Bischen andere Technik haben wir im Wald verwendet, aber ähnlich: Fallkerb von vorne und hinten, so dass mittig eine Leiste steht. Dann links und rechts schmälern und dann mit der Windeziehen. Mit nem Greifzug hätte ich da allerdings keine Lust, ehrlich gesagt.

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Ein paar Bilder hier
http://forum.motorsaegen-portal.de/viewtopic.php?f=6&t=39560

Laß dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: »Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig Jahren so!« - Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen


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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 26. März 2019, 00:04 
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So, Sonntag waren wir wieder Holz machen. Erst beim Nachbarn im Garten 2 vom Sturm gebeutelte Fichten entfernt und dann im Wald noch einen Windwurf/Hänger beseitigen.

Die Technik mit dem abziehen über die Bruchleiste hat diesmal leider nicht so gut funktioniert. Wir haben den Fällschnitt beim ersten mal zu weit oben angesetzt. Der Baumstunpf mit dem Hänger konnte zwar gemütlich mit dem Greifzug wieder aufgestellt werden aber der noch hängende Teil des Baumes hat sich an der Kante der Bruchleiste verkeilt. Wir mussten also mit der Säge nacharbeiten und eine neue Bruchleiste ausarbeiten. Dann wieder mit dem Greifzug gezogen und er kam wie gewollt über den noch (nun senkrecht)stehenden Stumpf nach hinten. Das ganze fühlte sich recht sicher und kontrolliert an, es gab keine Schreckmomente wie beim abstocken.


Werde beim nächsten mal, wie oben schon empfohlen, den Fällschnitt mal knapp unterhalb der Fällkerbsohle machen.

sinawali hat geschrieben:
Mit nem Greifzug hätte ich da allerdings keine Lust, ehrlich gesagt.

Geht eigentlich ganz gut mit dem Greifzug, bequemer als immer mit dem Traktor in den Wald zu rammeln. Das schlimmste ist der Aufbau und das aufräumen nach getaner Arbeit. Überlege aber mir eine 3,5t Winde für den D30 zu gönnen.
Hier noch ein paar Schnappschüsse, im Wald kommt man ja kaum zum fotografieren.
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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 26. März 2019, 00:39 
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Sehr interessant...
Jetzt wird mir auch klar, was holgi mit negativer bruchstufe gemeint hat, d.h. das der fällschnitt unterhalb vom fällkerb angesetzt wird...?
Damit wär euer hänger auch auf anhieb gefallen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 26. März 2019, 01:49 
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Aber was soll der Greifzug bei so einem "Fällschnitt"? :KK:

Bei der Technik ist doch irgendwann der Wurzelteller schneller als der Greifzug. Nachdem der Wurzelteller dann zu Boden geht, ist die Spannung doch aus dem Seil und verhindert weder das Abrutschen vom Stock noch ein eventuelles Zurückschnellen des Stamms. Also keine kontrollierte Führung des Stamms oder des Wurzeltellers.

Die Situation ist allein von Fotos immer schwer einzuschätzen aber ich würde eher versuchen den Stamm zu fixieren, indem ich genau von der gegenüber liegenden Seite mittels Greifzug (ggf. mit zwei Seilen im Dreieck) spanne. Dann bleibt der Stamm wo er ist und fällt zu Boden, während der Wurzelteller sich aufrichtet.

Also Fällschnitt mit großer Kerb nach unten, dünne Bruchleiste und Halteband aus sicherer Entfernung trennen, dann Stamm mit Greifzug in Richtung Kerb abziehen, falls er nicht direkt kommt.

Kommt aber immer auf die Situation, das Gewicht des Wurzeltellers sowie die Höhe des Fällschnitts an.

Gruß
Eckat

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:dolmar: Sachs-Dolmar 105 (30+35) | 108 (in Arbeit)
KM 85 R mit Hochentaster und Verlängerung, HS 81 R, SH 86, Eigenbau-Mill für die 880
Oehler OL100 Spalter | Docma VF 80 Spillwinde
AS Baum1/SKT-A


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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 26. März 2019, 08:44 
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Beiträge: 7055
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Ich würde immer erst versuchen abzudrehen. Dafür gibt es auch eine Schnitttechnik, da bleibt ein Stück in der Mitte stehen "Drehzapfen" und dann kann man das Greifzugseil um den Stamm wickeln um diesen zu drehen. Das ist alle mal sicherer als irgend eine Variante des Abklotzens. Sollte sich die Krone des Baumes so in einer Asgabel eines anderen Baumes verfangen haben, das abdrehen nicht geht, dann suchen wir einen höheren Anschlagpunkt für die Umlenkrolle und heben den Stamm nach oben/hinten weg, bis der Baum aus der Astgabel rutscht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Windbruch Hänger Fälltechnik
BeitragVerfasst: Dienstag 26. März 2019, 08:54 
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Bei der auf den Bildern gezeigten Methode sehe ich keinen Sicherheitsgewinn durch den Greifzugeinsatz. Im Gegenteil wurde an dem Stumpf offenbar noch eine Menge herumgeschnitzt, weil sich der Stamm an der Bruchstufe verklemmt hat. Sinnvoller wäre es gewesen, erst am Stammfuß ein "Scharnier" anzulegen und danach den hohen Fällschnitt zu machen, damit der unterste Meter durch den Seilzug in Zugrichtung umgeklappt werden kann.

:)

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