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BeitragVerfasst: Dienstag 12. März 2024, 19:24 
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Wohnort: Meissen
Guten Abend,

vielleicht kann mir jemand eine kleine Rechtsauskunft geben?

Darf ich in SACHSEN auf einem Gehölzstreifen (ehem. Bahndamm, kein Wald nach Waldgesetz) in einem LANDSCHAFTSSCHUTZGEBIET während der Zeit des Fällverbotes zw. März und Oktober Windwürfe aufarbeiten und entfernen?
Es handelt sich um Eschen und Eichen, die seit Ende Januar gefallen sind und mit Wurzelteller da liegen - also schon "gefällt" sind.

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Beste Grüße aus Sachsen

Frank
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BeitragVerfasst: Dienstag 12. März 2024, 20:11 
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Beiträge: 17924
Wohnort: Duderstadt/Eichsfeld
§ 39 Abs.5 Nr. 2 BNatSchG schützt nur STEHENDE Bäume. Das sind Deine Windwürfe nicht. Diese Vorschrift steht der Aufarbeitung also nicht entgegen. Im Sächsischen Naturschutzgesetz finde ich keine einschlägige Vorschrift. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass die LSG-Verordnung ein entsprechendes Verbot enthält, beispielsweise aus Lärmschutzgründen. Da müsstest Du schon selbst nachlesen, was darin geregelt ist. Die LSG-VO erlässt normalerweise der Landkreis/die kreisfreie Stadt, zu der das betreffende Gebiet gehört. Die VO sollte eigentlich im Internet veröffentlicht sein, wenn nicht zu finden, würde ich bei der unteren Naturschutzbehörde um Einsicht bitten.

:)

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In jedem Baum steckt ein Kunstwerk - man muss es nur finden!


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BeitragVerfasst: Dienstag 12. März 2024, 20:42 
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Registriert: Sonntag 26. August 2012, 17:47
Beiträge: 27049
Wohnort: Dormagen
Achtung:
Gerade im Landschaftsschutzgebiet kann es vorkommen,
dass auch der liegende Baum als Habitat angesehen wird und dadurch
wieder unter Schutz stehen während der Schonzeit.
Das ist bei der Firma StraßenNRW mal ganz böse ausgegangen:
Man hat kurz vor dem 01.03. noch schnell alles umgelegt und
hat dann im April begonnen das Material zu häckseln.
Das Bußgeld dafür würde voll ausgereizt plus noch ein paar interne personelle Veränderungen
(Handeln wieder besseren Wissens).
Begründung: Die Kronen der Bäume sowie das aufgestapelte Geäst
stand während der Verbotszeit unter Schutz für Vögel,
vergleichbar einer Benjeshecke.
Die Stämme hingegen hätte man verwerten dürfen,
wären diese vor der Schonzeit abgesägt worden.
Seitdem wird zumindest in der betreffenden Region nicht mehr kurz vor knapp Gefällt.
Und falls doch einmal nicht anders möglich,
wird es vor dem 01.10. nicht mehr angerührt...

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BeitragVerfasst: Mittwoch 13. März 2024, 07:34 
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Beiträge: 771
Wohnort: Nord-Saar
Eine Möglichkeit, da doch arbeiten zu dürfen ist ein sog. "Verkehrssicherungsgrund".
Wenn also von den Bäumen eine Gefahr für Spaziergänger etc. ausgehen kann,
dann muß sogar aufgearbeitet werden.

Das muß aber vor Ort mit nem Zuständigen bewertet und festgelegt werden.
Und da ist glorfs Einwand sehr wichtig.
Liegendes Holz kann biologisch wertvoll sein. Das muß jemand abwägen können.

So kam ich letztes Jahr im September zur Weide.
Bei der wars einfach, da die mitten auf nem Rasen lag.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 13. März 2024, 10:13 
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Registriert: Dienstag 22. Dezember 2020, 15:42
Beiträge: 2937
Wohnort: Randberlin Nord
Wir haben hier - wo das Berliner Stadtgebiet anfängt - einen "Naturwald". Da ist jegliche Veränderung verboten, da wird nur mit Sägen nachgeholfen bei einer Gefahr im Verzug. Wenn man so sieht was da an Brennholz liegt tränt einem das Herz.

Frage doch mal direkt die Untere Naturschutzbehörde, Frank.

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Gruß aus Randberlin Nordost, Rocco

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BeitragVerfasst: Mittwoch 13. März 2024, 17:45 
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Beiträge: 771
Wohnort: Nord-Saar
Das ist ja noch "Naturwald"
Wenn ich hier im Nutzwald sehe, was da mit dem Kronenholz passiert, bzw. nicht passiert und
wie die Rücker da mitlerweile hausen und pflügen müssen,
um die Stämme raus zu ziehen, versteh ich gar nix mehr.

Und ja, ich mag naturnahen Wald und will keine Plantagen mit
gekehrtem Boden. Aber sowas nutzt weder Wald noch Holzarbeiter.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 14. März 2024, 07:13 
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Beiträge: 1283
Wohnort: 41468 Neuss
Nahe der Straße kommt vielleicht ein kluger Aufseher vorbei, aber im Gelände? Da hätte ich keine Bedenken.
Wir müssen für unseren Bauern hier am Rhein auch immer wieder im Sommer abgebrochene Trümmer von den Pappeln/Weiden wegräumen, das ist auch in dem FFH/Naturschutzgebiet bisher nie ein Problem gewesen.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 14. März 2024, 12:30 
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Registriert: Freitag 13. Oktober 2023, 07:49
Beiträge: 771
Wohnort: Nord-Saar
Mach ich mit Koppeln und Äckern ja auch.
Sonst kann der Bauer die nicht nutzen und da hat's noch nie Diskussion gegeben.

Aber auch mitten im Wald rennen immer mehr Leutz rum.
Und damit immer mehr von der Sorte, die früher dem Lehrer noch erzählten,
dass im Keller Licht noch an war...
Da kann ein Förster die bessere Wahl sein, wenn man den trifft.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. März 2024, 19:42 
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Beiträge: 50
Wohnort: Meissen
Guten Abend,

nach Eichsi's Hinweis habe ich nochmal die beiden Naturschutzgesetze und die zutreffende LSG- Verordnung gelesen.
Da mich dort das Wort "beseitigen" etwas verunsichert hat, habe ich nochmal bei der unteren Naturschutzbehörde nachgefragt.

Klare Antwort:
- liegendes Holz kann entnommen werden, solange es kein liegendes Totholz ist
- "falls Sie Eremiten in hohlen Stämmen überraschen, sammel Sie sie ein und setzen Sie in eine anderen hohlen Stamm"
- Bilder vorher machen, falls ein besonders schlauer Bürger Anzeige erstatten sollte

Die Eschen habe ich zwischenzeitlich geholt und Eremiten waren keine drin.

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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. März 2024, 20:02 
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Danke für die Rückmeldung!

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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. März 2024, 21:07 
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Beiträge: 316
Wohnort: Siegen
Zitat:
Da mich dort das Wort "beseitigen" etwas verunsichert hat, habe ich nochmal bei der unteren Naturschutzbehörde nachgefragt.
Das war eine sehr kluge Entscheidung! Alles Hörensagen, selbst einlesen etc. birgt immer noch die Gefahr einer Fehlinterpretation oder des Übersehens irgendeines Paragrafen im Landeskaugummiautomatenaufkleberrichtliniengestaltungsgesetzes und am Ende zahlst du richtig Geld, weil du ein Komma für einen Punkt gehalten hast. So hast du eine verbindliche, amtliche Aussage von der zuständigen Behörde und es kann dich auch kein weltverbessernder, im NSG sein Waldbetretungsrecht zur Beobachtung der Brut- und Setzzeit ausnutzender Hobbyjurist erfolgreich anschwärzen. Gerade bei NSG etc. muss man echt aufpassen. Unter den vielen Umweltschützern gibt es einige, die wirklich mit guter Absicht, gesundem Augenmaß und reichlich Sachverstand großartige Arbeit machen. Aber es gibt halt auch viele Vollpfosten...

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Gruß
Freddy
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:stihl: : 192C; 194C; 200T; 261C; 044; 066; HS45; FS260; BG86
und auf der Arbeit: Husky 550 XPG Mk 2, Stihl MS500i


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BeitragVerfasst: Donnerstag 21. März 2024, 21:13 
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Registriert: Sonntag 26. August 2012, 17:47
Beiträge: 27049
Wohnort: Dormagen
Absolut richtige Herangehensweise :DH:

Unsere "Warnungen" sollten ja auch nicht abschrecken,
sondern aufwecken.
Und zwar in der Form, das man sich sich kurz informiert
und seiner Holschuld bei solchen Informationen nachkommt.
Und wenn es etwas schwammig formuliert ist,
auch den Kontakt zu entsprechenden Stellen nicht scheut.
Das kostet ein bischen Zeit,
kann aber im Extremfall verdammt viel ersparen...

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